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Schenke U sedmi Švábù
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Für Gesellschaften, die sich selbst das Bier zapfen wollen, bieten wir in den Kellerräumen eine "Bier-Selbstbedienung". Der mittelalterlichen Programm ist jeden Freitag und Samstag.
 
   

Die Schenke "Zu den sieben Schwaben" öffnet Euch ihre Pforte und nimmt Euch in ihre gastlichen Arme. Setzt Euch, schüttet Bier, Wein oder Met in Euere Kehlen und erprobt die köstlichen Gaumenfreuden. Der Schenk wird Euere Krüge füllen und lieblichen Gesang und holdselige Mägdelein werden Euch betören. Man schreibt das Jahr des Herrn 1493.

Die Hussitenkriege und die ungarischen Feldzüge gehören der Vergangenheit und jetzt, seit unser König Wladislaw Jagiello, die ungarische Krone trägt, gibt es weder Zwist noch Streit in den Böhmischen Länden. Wladislaw ist fürwahr ein sonderbarer Herrscher. Er liebt die Weibsbilder, will aber keine ehelichen, möchte mit starken Hand regieren, kann sich aber nicht durchsetzen. Da war Mathias Corviner, der ungarische König, aus anderem Teig. Gerade, hart und unnachgiebig - selbige Natur hat ihn das Leben gekostet. Als man ihm ungewashene Feigen vorsetzte hat er sich derart aufgeregt, daß sein Herz zersprang. Legitiemen Sproß gab es keinen, demnach wurde Wladislaw sein Nachfolger.

Kehrt Ihr Abends in unsere Schenke ein, könnt Ihr die Baumeister Reid und Spies antreffen, oder wenigstens Maurer und Steinmetzer aus ihren Hütten. Desgleichen kann vielleicht der Uhrmachermeister Hánuš von der Rose, welcher die astronomische Uhr in der Prager Altstadt betreut, bei einem Krüglein Met zu sehen sein. Man sollte aber lieber nicht mit ihm reden wollen, er ist ein mürrischetr Alter, der seinen Gedanken nachhängt und nicht gestört werden will.

Hier in der kleineren Stadt Prags war es lange Zeit öde und unwirtlich. Nicht bloß Kirchen und Kloster waren geplündert, die Erzbischöflische Hof und ein großer Teil der Stadt waren verbrannt. Diebe, Räuber und betrunkenes Gesindel zogen abends umher und rechtschaffene Leute mußten ihre Geldsäcke und ihr Leben hüten. Erst die letzten Jahre brachten etwas Ruhe und der Stadt einen Neuaufbau. Wiewohl es uns vor kurzem noch schlecht ging, möchten wir jetzt , so Gott will, hoffen, daß das goldene Zeitalter unserer Städte andauern möge.

In der Welt ist alles in der Schwebe. Maximilian l. von Habsburg , der sich selbst als den "auserwählten Römischen Keiser" bezeichnet, träumt von Rittertum und liebäugelt mit den Französischen Besatzungen in Italien, während der Französische König, der kleine, häßliche Karl Vlll., die Reste seiner Truppen zusammenführt. Francesco Gonzaga versammelt seine Leute gegen die Franzosen - in den Apenninen wird es wohl bald fröhlich ergehen. Spanien ist von der Judenverfolgung und der Inquisition geplagt. In Italien schmieden die Borgia ihre Pläne und auch die Medici bereiten ihre Rückkehr vor. Leonardo sammelt Gesichter für das "Letzte Abendmahl" und Michelangelo Buonarrotti hat gerade seine Lehrjahre bei Ghirlandaio beendet. Vor acht Jahren umsegelte der Portugieser Diaz der Kap der Guten Hoffnung und vor einem Jahr hat der Genuese Christoph Kolumbus einen neuen Weg nech Italien entdeckt. Gebe Gott, daß dadurch die Gewürzpreise sinken - falls das gar Indien ist…

Nun wißt Ihr, liebe Leute, was sich so um uns herum tut, also sei's genug gesagt, ergreifet den Becher und trinket gar fröhlich, damit Kummer und Sorgen vergehen und Weltschmerz zeitweilig vergessen werden.

   
   
   
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